Dez 30 2014

Prominenter Drogenforscher verteidigt fragwürdige These – Alles, was Sie über Crystal Meth wissen, ist falsch

Die Partydroge Crystal Meth ist seit Jahren auf dem Vormarsch. Das Methamphetamin schwappt vor allem aus Tschechiens Giftküchen nach Deutschland herüber. Doch während viele Medien von Crystal Meth als „Horrordroge“ sprechen und vor den „Teufelskristallen“ warnen, gibt es einen, der alles in Frage stellt – Drogenforscher Carl Hart.

Hart ist Psychopharmakologe und Professor an der Columbia Universität. Nach eigenen Drogenerfahrungen in seiner Jugend wählte er statt einer Drogen- die Akademiker-Laufbahn.

Zombiedroge, die jeden Nutzer entstellt?

Hart zufolge werden die Risiken von Drogen wie Crystal Meth maßlos übertrieben dargestellt und dienen primär dazu, Angst zu verbreiten und schockierende Schlagzeilen zu generieren. Diese gibt es auch in Deutschland. Oft ist von der gefährlichsten und schlimmsten Droge der Welt die Rede, einer „Zombiedroge“, die jeden Menschen nach kurzer Zeit entstellt und süchtig macht.

Video: So graben sich Drogen ins Gesicht ein

Meth unterdrückt Grundängste

Menschen aus allen Gesellschaftsschichten und -gruppen konsumieren Meth. Die synthetische Droge wirkt euphorisierend, steigert das Selbstwertgefühl, nimmt Grundängste und unterdrückt Bedürfnisse wie Hunger und Müdigkeit. Durch die leistungssteigernde Wirkung wurde die Droge in den letzten Jahren zunehmend nicht mehr nur als Partydroge, sondern auch als Aufputschmittel am Arbeitsplatz verwendet.

Video: Schock-Kampagne gegen Crystal Meth

„80 Prozent der Crystal-User nicht süchtig“

Carl Hart behauptet: „Über 80 Prozent der Crystal-Nutzer werden überhaupt nicht süchtig. Die meisten bräuchten weder Therapie noch Strafe.“

Die vielen Debatten über die Schädlichkeit von Crystal Meth empfindet er als unnötig aufgebauscht von denjenigen, die davon profitieren: Polizei und Suchtkliniken. Für seine Studien lädt Carl Hart Süchtige ins Labor ein und verabreicht ihnen Drogen, um deren Wirkung auf das Suchtverhalten zu untersuchen.

Kritik an den Aussagen von Carl Hart

Sowohl Harts Aussagen, als auch seine Methoden bezeichnen viele Suchtforscher als gefährlich. „Angesichts der Problematik von Crystal Meth in Deutschland sind Harts Thesen eine gefährliche Relativierung und so nicht angemessen,“ erklärt Ingo Schäfer vom Interdisziplinären Suchtforschungszentrum (ZIS) in Hamburg.

Bei regelmäßiger Einnahme führe die Droge beim Großteil der Nutzer zur Abhängigkeit. „Besonders das Risiko der psychischen Abhängigkeit ist hoch. Außerdem kann die Substanz auch zu schweren Symptomen wie Depressionen und Psychosen führen“, weiß Schäfer.

 

Hier der Link dazu:

www.focus.de/gesundheit/

Dez 28 2014

Dr. Klein gibt Versicherungstipps für den Jahreswechsel

Lübeck (ots) – Silvester ohne Feuerwerk? Undenkbar! Doch Vorsicht: Böller, Raketen und sonstige Feuerwerkskörper sorgen jedes Jahr für zahlreiche Unfälle und Brände. Dr. Klein informiert, welche Versicherungen für Brandschäden und Verletzungen aufkommen.

Viele Menschen freuen sich auf die alljährliche Silvesterparty und das dazugehörige Feuerwerk. Was für die meisten das Highlight des Jahres ist, kann jedoch schnell zu einem Albtraum werden: Nämlich dann, wenn die Nacht in einem Krankenhaus endet, weil der Knallkörper zu nah am Auge explodiert ist, der Vorhang am Fenster brennt oder das Auto durch eine Rakete beschädigt wurde. Aber welche Versicherung hilft im Schadensfall?

Private Haftpflichtversicherung ersetzt selbstverschuldete Schäden

Wer ohne Vorsatz anderen Menschen durch Feuerwerkskörper einen Schaden zufügt, ist durch die private Haftpflichtversicherung abgesichert. Sie springt auch dann ein, wenn beispielweise auf der Silvesterparty ein Glas Rotwein auf dem Teppich des Gastgebers landet.

Wohngebäudeversicherung hilft bei Schäden am Haus

Wird das Eigenheim durch einen Feuerwerkskörper beschädigt, ersetzt die Wohngebäudeversicherung den entstandenen Schaden. Sie zahlt außerdem eventuelle Aufräumarbeiten und die Kosten für den Hotelaufenthalt, falls das Haus oder die Wohnung vorübergehend nicht bewohnbar ist. Sind vermietete Objekte von Schäden betroffen, müssen sich deren Bewohner an den Vermieter oder Hausbesitzer wenden, da die Wohngebäudeversicherung oftmals durch den Immobilieneigentümer abgeschlossen wird.

Hausratversicherung haftet für Schäden an Einrichtungsgegenständen

Entstehen durch Böller Schäden an Möbeln, Elektrogeräten oder Kleidung, übernimmt die Hausratversicherung die finanziellen Folgen. Zusätzlich werden Brand- und Löschwasserschäden von der Versicherung abgedeckt.

Kaskoversicherung schützt das Auto

Trifft eine Silvesterrakete das Auto und setzt es in Brand, springt die Teilkaskoversicherung ein. Die Ausnahme sind allerdings Sengschäden, die durch glimmendes Feuerwerk verursacht wurden. Die Vollkaskoversicherung zahlt auch, wenn das Fahrzeug mutwillig beschädigt wurde und der Schuldige nicht ermittelt werden kann.

Krankenversicherung zahlt bei einer selbstverschuldeten Verletzung

Wer einen Feuerwerkskörper zündet und sich dabei selbst verletzt, kann wie gewohnt seine Krankenversicherung für die Behandlung der Verletzungen in Anspruch nehmen. Die Folgekosten, falls die Gesundheit des Versicherten längerfristig beeinträchtigt wird, tragen eine private Unfallversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Sicherheitstipps für die Silvesternacht

Wer nicht auf das Feuerwerk verzichten möchte, sollte EU-geprüftes Knallzeug verwenden und auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu anderen Menschen sowie zu Tieren, Gebäuden und Autos achten. Blindgänger müssen gleich entsorgt und dürfen nicht noch einmal angezündet werden. Kinder sollten nur altersgerechte Feuerwerkskörper wie beispielsweise Wunderkerzen entzünden – und auch diese nur unter Aufsicht. Hausbesitzer sind gut beraten, alle Fenster und Türen zu schließen, damit umherfliegende Raketen kein Feuer entfachen können.

Sind doch einmal Versicherungsschäden in der Silvesternacht entstanden, müssen diese umgehend an den Versicherer gemeldet werden. Es sollten alle Schäden mithilfe von Fotos und einer Auflistung dokumentiert und der Versicherung zugestellt werden.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Versicherungen finden Sie auf www.drklein.de/versicherung.html.

Über Dr. Klein

Dr. Klein ist ein unabhängiger Anbieter von Finanzdienstleistungen für Privatkunden und Unternehmen. Privatkunden finden bei Dr. Klein zu allen Fragen rund um ihre Finanzen die individuell passende Lösung. Über das Internet und in mehr als 200 Filialen beraten rund 650 Spezialisten anbieterunabhängig und ganzheitlich zu den Themen Immobilienfinanzierung, Versicherungen und Vorsorge. Schon seit 1954 ist die Dr. Klein & Co. AG wichtiger Finanzdienstleistungspartner der Wohnungswirtschaft, der Kommunen und von gewerblichen Immobilieninvestoren. Dr. Klein unterstützt seine Institutionellen Kunden ganzheitlich mit kompetenter Beratung und maßgeschneiderten Konzepten im Finanzierungsmanagement, in der Portfoliosteuerung und zu gewerblichen Versicherungen. Die kundenorientierte Beratungskompetenz und die langjährigen, vertrauensvollen Beziehungen zu allen namhaften Kredit- und Versicherungsinstituten sichern den Dr. Klein Kunden stets den einfachsten Zugang zu den besten Finanzdienstleistungen. Dr. Klein ist eine 100%ige Tochter des an der Frankfurter Börse gelisteten internetbasierten Finanzdienstleisters Hypoport AG.

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Siehe hier:

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Dez 26 2014

Baukosten Holz-Fertigbau

von Lukas
(Österreich)

Ich versuche gerade, für meine Bank den Eigenanteil unseres Bauvorhabens zu berechnen. Dabei finde ich nirgends Angaben zu folgendem Bauabschnitt:

Bauart – Holzständer Fertigbau

Ich werde in Eigenleistung alle Innenwände mit Dämmung versehen und mittels OSB- und Gipskartonplatten verschließen. Es handelt sich dabei um ein 160m² großes, zweistöckiges Einfamilienhaus. Wie groß kann man für diese Arbeit den eingesparten Arbeitslohn, bzw. den Wert an Eigenleistung beziffern?

Für Ihre schnelle Antwort bin ich Ihnen sehr dankbar!

Antwort:

Hallo Lukas,

dass Sie auf meiner Webseite keine Angaben der Kosten für unterschiedliche Bauweisen findet, hat einen guten Grund. Bitte hier nachlesen:

Wie viel kostet ein Haus aus Holz?

Wenn es um die Finanzierung der Baukosten für ein Einfamilienhaus geht, sollten Sie immer daran denken, dass vor allem auch die Banken sehr genau wissen, wie viel ein bezugsfertiges Haus am Ende kosten wird. Für die Banken ist es dabei im Wesentlichen völlig unerheblich, in welcher Bauweise ein Haus errichtet werden soll.

Und ganz wichtig: Bei der Bewertung des Kreditvolumens werden allfällige Eigenleistungen üblicherweise nicht bewertet. Eine Bank geht in der Regel nämlich immer davon aus, dass sich der Kreditwerber in jedem Fall die Gesamtkosten für das geplante Haus leisten können muss – und zwar unabhängig davon, wer das Haus tatsächlich baut.

Ich empfehle Ihnen daher, den Finanzierungsbedarf für Ihr Haus so zu berechnen, als würden Sie selbst keine Eigenleistungen erbringen! Damit haben Sie schon rechtzeitig einen unbedingt erforderlichen Sicherheitspolster für Ihre Baufinanzierung geschaffen. Und wenn Sie dann – was aus vielen Gründen aber überhaupt nicht sicher ist – später durch Eigenleistungen tatsächlich etwas einsparen, umso besser.

Verschwenden Sie daher in der wichtigen Finazierungsphase am besten nicht die Zeit damit, herausfinden zu wollen, wie hoch die Arbeits- und Materialanteile der verschiedenen Bauleistungen tatsächlich sind. Um wirklich exakte Angaben darüber zu bekommen, wie viel alles im Detail kostet, gibt es nämlich ohnehin nur eine einzige Möglichkeit:

Sie müssen über eine professionelle Bauausschreibung für jedes einzelne Gewerk ein Leistungsverzeichnis mit allen nötigen Leistungspositionen (unterteilt in Arbeits- und Materialanteil) erstellen (lassen) und damit von mehreren Firmen vergleichbare Angebote einholen.

Erst dann können Sie zumindest halbwegs feststellen, wie viel im Fall der Fälle IHRE Eigenleistung wert wäre. Die im Angebot ausgewiesenen Kosten für die Arbeitsanteile sind dabei aber NICHT jene Kosten, die IHRE Eigenleistungen bewerten. Diese Arbeitsanteile sind vielmehr die kalkulierten Lohnanteile der ausführenden Profis, die mindestens doppelt so schnell arbeiten wie ein Laie, meistens unterm Strich noch viel schneller.

Und wenn Sie dann auch noch berücksichtigen, dass Firmen beim Materialeinkauf wesentlich günstigere Preise erzielen als Private, können Sie sich vielleicht schon heute „ausrechnen“, dass Sie mit Eigenleistungen am Ende doch nicht so viel einsparen, wie Sie vielleicht anfänglich vermuten …

Werfen Sie bei Bedarf bitte auch einen Blick auf meine Infoseite Die 3 größten Fehler beim Hausbau.

Mehr Erfolg beim Hausbau

Wilfried Ritter
Autor und Herausgeber
———-
BaukostenManager.com
HausbauManager.com

 

Link zum Artikel:

http://www.haus-selber-bauen.com

Dez 13 2014

Gewusst wie: Einen seriösen Schlüssel­dienst finden

Sie bringen kurz den Müll raus, vergessen den Schlüssel – und schon ist es passiert: Die Tür fällt zu, Sie haben sich ausgeschlossen. Ein Schlüssel­dienst muss her. Unseriöse Anbieter nutzen häufig die Notsituation der Kunden aus. test.de sagt, wie Sie sich davor schützen können.

Sie benötigen:

  • Nette Nach­barn mit PC oder Handy mit Internet­anschluss oder Telefon­buch
  • Telefon

Schritt 1

Nehmen Sie nicht den erst­besten Schlüssel­dienst, der zum Beispiel Werbung neben die Klingelschilder an Ihrem Haus geklebt hat. Andere Anbieter nennen sich „AAA Dienst“, um im Telefon­buch ganz vorn zu stehen, oder schalten besonders große Anzeigen. Fragen Sie einen Nach­barn, ob Sie bei ihm das Internet oder ein Telefon­buch nutzen können, um einen seriösen Schlüssel­dienst mit voll­ständiger Anschrift in der Nähe zu finden.

Schritt 2

Klären Sie schon am Telefon den Preis. Für das einfache Öffnen einer zugefallen Tür sind tags­über laut Verbraucherzentrale Berlin etwa 100 Euro üblich. Nachts und am Wochen­ende darf es mehr sein, aber nicht doppelt so viel wie am Tag. Weigert sich der Schlüssel­dienst, Ihnen den Preis zu nennen, wenden Sie sich an einen anderen Anbieter.

Schritt 3

Fragen Sie, wann der Schlüssel­dienst kommen kann und wie viel die Anfahrt kostet. Es kommt vor, dass Schlüssel­dienste Orts­nähe durch eine Rufnummer mit Orts­vorwahl nur vortäuschen. In Wirk­lich­keit leitet sie Ihren Anruf in eine andere Stadt weiter. Der Hand­werker kommt dann erst nach langer Warte­zeit und mit vielen Kilo­metern Anfahrt, die er sich natürlich von Ihnen bezahlen lässt.

Schritt 4

Lassen Sie sich eine detaillierte Rechnung geben. Die Verbraucherzentrale Berlin empfiehlt, die Rechnungs­positionen kritisch zu prüfen und nichts zu unter­schreiben. Fühlen Sie sich bedroht oder unter Druck gesetzt, scheuen Sie sich nicht, die Polizei zu rufen. Der Gesetz­geber verbietet stark über­höhte Rechnungen.

Schritt 5

Falls Sie einen über­höhten Betrag zahlen, können Sie das zu viel gezahlte Geld anschließend zurück­fordern. Die Verbraucherzentrale Berlin bietet dafür ein Musterschreiben mit Rechtsprechungsübersicht an.

Erschienen in: Finanztest 12/2014 Steuern sparen: Die besten Tipps zum Jahres­ende 4,90 € Heft ansehen

 

Adresse der Quelle:

www.test.de

Dez 12 2014

Wohnungs­eigentum: Alle müssen zahlen, auch wenn’s teuer wird

Wohnungs­eigentümer haften für Gemein­schafts­eigentum gemein­sam. Selbst wenn es teuer wird, ist die Instandset­zung Pflicht. Wird eine Wohnung unbe­nutz­bar, muss die Reparatur sogar unver­züglich erfolgen. Das hat jetzt der Bundes­gerichts­hof entschieden. Drei Eigentümer von Wohnungen in einem Haus müssen nun 54 500 Euro aufbringen und zwei von ihnen wahr­scheinlich auch noch Schaden­ersatz zahlen. test.de erklärt die Rechts­lage.

Pfusch am Bau

Die Immobilie im Amts­gerichts­bezirk Ander­nach war ursprüng­lich ein Zweifamilien­haus. Dann baute einer der damaligen Eigentümer den Keller zu einer selbst­ständigen Wohnung um und verkaufte sie für 82 000 Euro. Die Käuferin zog ein. Wenig später traten Wasser­schäden auf. Ursache: hand­fester Pfusch am Bau. Die Außenwände waren sanierungs­bedürftig. Kosten­punkt: 54 500 Euro. Die Eigentümer­versamm­lung tagte und beschloss mit zwei gegen eine Stimme: Wir machen erst mal gar nichts. Hintergrund vermutlich: Die beiden Eigentümer der Wohnungen im Erd- und Ober­geschoss waren knapp bei Kasse.

Streit vor Gericht

Inzwischen war die Kellergeschoss-Wohnung unbe­wohn­bar. Die Eigentümerin schaltete einen Rechts­anwalt ein und zog gegen die beiden anderen Wohnungs­eigentümer vor Gericht. Das Amts­gericht urteilte für sie, das Land­gericht Koblenz hob das Urteil wieder auf. Derart viel Geld sofort zahlen zu müssen, über­schreite die Opfer­grenze hatten die Richter in Koblenz argumentiert. Der Bundes­gerichts­hof dagegen urteilte heute: Die beiden Eigentümer müssen nicht nur ihren Anteil an der Sanierung des Gemein­schafts­eigentums über­nehmen, sondern der Dritten im Bunde wohl auch noch Schaden­ersatz zahlen, weil sie ihre Wohnung wegen der Mängel am Gemein­schafts­eigentum nicht nutzen konnte. Mit den Einzel­heiten muss sich jetzt noch mal das Land­gericht Koblenz befassen.

Pflicht zur Instandset­zung

Eigentümer­gemeinschaften stehe bei der Entscheidung über Reparaturen am Gemein­schafts­eigentum normaler­weise ein Entscheidungs­spielraum zu, erklärten die Bundes­richter ihr Urteil. Wenn allerdings eine Wohnung wegen Mängeln am Gemein­schafts­eigentum nicht benutz­bar sei, werde die sofortige Instandset­zung zur Pflicht. „Für die Berück­sichtigung finanzieller Schwierig­keiten oder des Alters einzelner Wohnungs­eigentümer ist in solchen Fall­konstellationen kein Raum“, heißt es in der Presse­mitteilung des Bundes­gerichts­hofs zum Urteil.

Prüfung vor Kauf

Von einer solchen Situation betroffenen Eigentümern bleibt nur, das erforderliche Geld per Kredit zu beschaffen oder schnell einen Käufer zu finden. Der Fall zeigt außerdem: Wer eine Eigentums­wohnung kaufen möchte, muss den Zustand des Gemein­schafts­eigentums ganz genau prüfen oder prüfen lassen.

Bundes­gerichts­hof, Urteil vom 17.10.2014
Aktenzeichen: V ZR 9/14

 

Zur Anbieter-Website:

www.test.de/Wohnungseigentum-Alle-muessen-zahlen-auch-wenns-teuer-wird-4768392-0/

Dez 11 2014

Problem: Ein gebrauchtes Smartphone für die Tochter

Wer Kinder hat, weiß, was es alles für Wünsche gibt, die erfüllt werden wollen. Einem Grundschulkind kann man heute eigentlich ein Handy oder Smartphone nicht verwehren. Erstens haben alle Kinder aus der Klasse eines und zweitens ist es halt auch praktisch, sein Kind erreichen zu können bzw. von seinem Kind angerufen werden zu können. Ich hatte also kapituliert und meiner Tochter ein Smartphone versprochen. Aber, das muss ich zugeben, ein neues Smartphone im Laden zu kaufen, war mir zu teuer und einen festen Vertrag mit 2 Jahren Laufzeit wollte ich auch nicht eingehen. Der Ausweg? Ich hatte vor, ein gebrauchtes Handy oder Smartphone in einem guten An- und Verkauf in Berlin zu erstehen und dieses mit einer Prepaid-Karte mit 20,00€ Guthaben zu füttern. Also fragte ich einige Freunde und Bekannte, ob sie nicht einen Tipp hätten, wo man ein gutes gebrauchtes Smartphone erstehen könne. Ich hatte 2 Adressen in Berlin und ging in der Mittagspause da mal hin. Der erste Laden wirkte auf mich nicht gerade vertrauenserweckend. Vor dem Laden standen komische Leute rum und im Schaufenster, das auch schon ziemlich lange nicht mehr geputzt wurde, lagen mehr oder weniger verstaubte Handys. Der Eindruck von außen war so schlecht, dass ich nicht mal reinging. Schon etwas genervt ging ich am nächsten Tag zu dem anderen empfohlenen Laden, wobei ich da bereits keine großen Erwartungen mehr hatte. Umso mehr wurde ich überrascht. Ein heller, freundlicher Laden mit 2 sehr freundlichen und kompetenten Mitarbeitern. Ich erklärte meinen Wunsch, Handy für die 10-jährige Tochter, gebraucht und nicht zu teuer. Man zeigte mir verschiedene Modelle wie Samsung Galaxy, HTC One und iphones. Meine Tochter meinte noch, falls es irgendwie geht, sollte es ein iphone sein, weil auch ihre beste Freundin eins hat. Das sind dann die Kriterien, wonach man sich ein Smartphone aussucht. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich ihr ein iPhone schenken könnte, die Dinger sind halt auch gebraucht noch relativ teuer. Der Händler bot mir ein iPhone 4 an, das wirklich sehr gepflegt aussah und dem man sogar ein neues Glas eingebaut hatte. Er wollte 180,00€ dafür mit 6 Monaten Garantie. Mir schien der Preis sehr fair zu sein und weil ich wusste, wie sehr sich meine Tochter über das iPhone freuen würde, griff ich zu. Der Inhaber des An-und Verkaufladens setzte mir gleich noch eine Prepaid-Karte ein, sodass das iPhone sofort einsatzbereit war. Meine Tochter flippte fast aus, als ich ihr das iPhone 4 überreichte, sie hatte nicht damit gerechnet, dass sie das bekommen würde. Ich war zufrieden, außerdem hatte ich jetzt nicht nur eine zuverlässige Adresse für gebrauchte Smartphones in Berlin, der An- und Verkauf hatte auch gebrauchte Laptops, Notebooks und Tablets im Angebot, sondern auch einen Laden, der bei allen gängigen Smartphones die Dusplay, Touchscreens und einzelne Bauteile für wenig Geld austauschen konnte. 

Dez 09 2014

Selber kochen!

Geht Ihnen der Hype, der mittlerweile um das Thema Essen gemacht wird, auch so auf die Nerven?

Essen müssen wir alle, das ist doch etwas sehr Existenzielles. Insofern könnte man das, was Sie als Hype bezeichnen, auch einfach Notwendigkeit nennen. Jahrzehntelang haben wir die Industrialisierung unserer Lebensmittel- produktion stillschweigend geduldet. Jetzt weiß niemand mehr, wo das Essen herkommt, und wie es zubereitet wird. Und auf einmal ist Essen wieder zu einer Sensation geworden.

Die Leute kochen nicht mehr und deswegen schauen sie anderen im Fernsehen dabei zu, heißt es.

Da ist sicher was dran. Wären sie damit vertraut, wie ein Wiener Schnitzel gemacht wird, würden sie nur sagen: Aha, danke, das weiß ich selbst. Andererseits glaube ich, dass Kochsendungen nicht geguckt werden, weil die Zuschauer wirklich wissen möchten, wie man Boeuf Bourguignon macht. Sie sind einfach ein willkommener Anlass, eine weitere Stunde vorm Fernseher abzuhängen. Und die Familie wird mit Tiefkühlkost abgefüttert.

Ist es wirklich so schlimm?

Noch viel schlimmer! Es gibt in diesem Land sehr viele Menschen, die keine Vorstellung davon haben, wie man Pellkartoffeln kocht. Ich war mit Kindern beim Einkaufen. Als ich ihnen einen Sellerie in die Hand drückte, hieß es nur: Was ist das? Wenn ich Kochkurse in Schulen gebe, können Vierzehnjährige Äpfel nicht von Birnen unterscheiden. Nur was eine Karotte ist, das wissen alle. Die ist nämlich schon auf dem Babygläschen abgebildet.

In den 50er-Jahren gab ein Haushalt noch knapp ein Drittel des verfügbaren Geldes für Essen aus, heute sind es etwas mehr als zehn Prozent. Trotzdem hat man das Gefühl, wenn es eng wird, sparen die Leute als Erstes am Essen.

Selbst zu kochen ist in jedem Fall günstiger als ein Fertigprodukt. Was ja auf der Hand liegt: Auch wenn man die Rohzutaten teurer einkauft als die Industrie, spart man sich den Verarbeitungsprozess, den Transport, die Maschinen, die Verpackung. Voraussetzung ist, dass man versucht, saisonal und regional zu kochen und vom Tier nicht immer nur das Filet verwendet.

Kochen mag günstiger sein. In jungen Familien geht es auch um Zeit. Kochen bedeutet Aufwand.

Kochen ist aber auch befriedigend. Ich kann mich austoben! Ich erschaffe ein Werk! Ich nähre die, die ich liebe und mich selbst. Das ist ein triumphales Gefühl.

Ernährungs-physiologisch ist es aber egal, ob ich kalt oder warm esse.

Aber da fängt es ja schon an. Die Leute kaufen das billigste Weißbrot, die grausligste Salami, irgendeine Margarine – und das war’s dann!

Dem viel gescholtenen Lidl-Prekariat steht zunehmend eine Mittelschicht gegenüber, für die Essen zum Statussymbol geworden ist. Warum diese Extreme?

Wenn sich jeder Lachs leisten kann, sucht die Elite andere Wege, um sich abzugrenzen. Da entdeckt man eben eine alte Tomatensorte, die einen über die Masse erhebt. Sie haben schon recht: Für manche ist Essen zu einer Ersatzreligion geworden. Wir können scheinbar nicht mehr einfach essen, was uns schmeckt, und aufhören, wenn wir satt sind. Wir brauchen ja sogar einen Ratgeber, der uns sagt, was wir wann in welcher Menge essen sollen.

Woher kommt diese Verunsicherung?

Kochen war immer ein Wissen, das selbstverständlich von Müttern an ihre Töchter weitergegeben wurde. Dieser Faden ist aber nicht erst bei unseren Müttern abgerissen, die irgendwie nicht mehr kochen, sondern lieber ihr eigenes Geld verdienen wollten. Es hat schon eine Generation früher angefangen, bei unseren Großmüttern, die eine nach der anderen aufgehört haben, ihre eigene Brühe zu kochen.

Man kann ja nicht im Ernst verlangen, dass sich die ganze westliche Welt wieder so ernährt wie 1890. Gibt es denn keine gesunde Mitte?

Doch. Aber dafür muss ich beurteilen können, was ich vorgesetzt bekomme. Deswegen bin ich der Meinung, dass jedes Kind Kochen lernen sollte. Wenn ich die einfachsten Prozesse nie mitbekommen habe, werde ich immer fremdbestimmt sein in dem existenziellsten Bereich meines Seins. Wenn man ein Grundwissen in diesen Dingen hat, kann man natürlich auf verarbeitete Lebensmittel zurückgreifen. Für was ich allerdings einen Pfannkuchenteig aus der Tube brauche, werde ich nie begreifen.

Ihre Mutter war eine alleinerziehende Künstlerin, die Sie als Kind nicht jeden Tag mit selber gemachten Mehlspeisen verwöhnt hat. Ganz so tragisch kann es also nicht sein, wenn man als Kind nicht unter Feinschmeckern aufwächst.

Die Welt der Nahrungsmittel war damals noch eine andere. Wenn sich ein Kind heute ausschließlich von Fertigprodukten ernährt, wird es auf Geschmäcker geeicht, die mit Natürlichkeit nichts zu tun haben. Ich habe diesen Test mit Schülern oft gemacht: Joghurt mit frisch zerdrückten Erdbeeren und ein bisschen Zucker oder Honig – und ein Erdbeerjoghurt aus dem Supermarkt. Dann sagen 99 Prozent der Kinder zu dem richtigen Erdbeerjoghurt: Igitt, man schmeckt ja gar nichts! Und zu der picksüßen, künstlichen Variante: Das ist der echte!

Ich kannte Eineinhalbjährige, die mit Vergnügen das Fett aus einem Stück Spanferkel lutschten. Zwei Jahre später essen sie nur noch Fleisch, das keinerlei Unregelmäßigkeiten aufweist. Und Brot ohne Rinde. Vielleicht kann man Kinder von der seltsamen, neuen Welt des Essens genauso wenig fernhalten wie von Computerspielen und anderem Teufelszeug.

Wenn die Eltern Kalbszunge eklig finden, werden die Kinder Kalbszunge auch eklig finden. Einerseits. Andererseits ist Essen das Machtmittel schlechthin. Nicht nur von Eltern, sondern auch von Kindern. Die entwickeln schnell ein Gefühl dafür, dass ihren Eltern das Thema wichtig ist. Wenn es ums Essen geht, wird gestritten, geschrien, gekämpft. Oft ist das ein Stellvertreterkampf für etwas anderes. Viele Eltern machen aber auch den Fehler, dem Essverhalten von Kleinkindern eine zu große Bedeutung beizumessen. Mein Gott, der arme Junge isst nun mal kein Brot mit Rinde? Ganz egal – wieso muss das Kind extra ernährt werden?

Es sind diese Streitereien, an denen auch in Familien, die versuchen, mit dem Essen alles richtig zu machen, die alltäglichen Mahlzeiten scheitern. Da sitzt man endlich beisammen, dann will das Kind aber kein Gemüse, sondern einen Pudding.

Aber den Pudding gibt es nicht. Wir kaufen keine Cola, die dann in Reichweite steht, und auch keinen Pudding. Dann wird das Kind auch nicht nach dem Pudding schreien. Das ist das Geheimnis. Dann muss man sich auch nicht erpressen lassen. Wenn ich ein vierjähriges Kind frage, was es essen möchte, wird es sich jeden Tag Fischstäbchen wünschen oder Spaghetti mit Tomatensauce.

Wie verhalte ich mich?

Wieso sollte ich ein vierjähriges Kind fragen, was es essen will? Absurd! Was auf den Tisch kommt, wird gegessen. Sonst wird man verrückt. Ich kenne Familien, in denen die Mutter sagt: Mein Sohn isst nur eine bestimmte Salami und die gibt es nur in einem speziellen Fleischerladen und deswegen fahre ich zweimal in der Woche eineinhalb Stunden durch die Stadt – hallo? Die Tochter einer Freundin hat irgendwann nur noch gegessen, wenn die Mutter gesungen hat.

Oft sind sich ja schon die Eltern nicht einig. Die Frau mag Putenbrust, der Mann ein Steak, und dann fängt das Hin und Her an.

Wenn es schmeckt, dann schmeckt es. Ob das jetzt Putenbrust oder Steak ist – oder Grünkernbuletten, wenn die richtig gut gemacht sind. Aber in der Regel ist es doch so, dass der Durchschnittskoch seine acht bis zehn Gerichte hat, die sich permanent wiederholen.

Interessieren sich Jungs eigentlich genauso für ihre Kinderkochkurse? Oder ist Kochen am Ende immer noch Mädchensache?

Nee, die Jungs interessieren sich genauso. Ein paar Väter haben ja mitgekriegt, dass Kochen irre Spaß machen kann. Vor allem am Wochenende, wenn sie Zeit und Lust haben, auf den Biomarkt zu gehen und dann im großen Stil für Gäste aufkochen können. Aber wenn du nach acht oder zehn Stunden Arbeit nach Hause kommst, einkaufen musst, dann kochen und später auch noch abwaschen, sieht die Sache mit den Herren am Herd schon wieder anders aus.

A propos einkaufen. Sie besuchen mit Ihren Kochkindern nicht nur Supermärkte, sondern auch Bauernhöfe. Sollte man nicht auch einmal gemeinsam zum Schlachthof gehen?

Im Rahmen eines kulinarischen Kindercamps hatten die Kinder tatsächlich einmal die Möglichkeit, zum Kaninchenschlachter zu gehen. Einige waren ganz wild darauf zu sehen, was passiert. Am nächsten Tag haben wir Kaninchen gekocht. Bis auf zwei Mädchen haben  alle mitgegessen, und ich glaube, eine war eh Vegetarierin.

Die einzigen, die ein Problem damit hatten, waren die Boulevardmedien.

Die haben mich nach meiner Kaninchensendung zerrissen. Muss das sein? Muss man den Kindern denn sagen, woher das Fleisch kommt?

Und: Muss man?

Ich halte das für extrem wichtig, um überhaupt Respekt vor den Lebensmitteln herzustellen und auch um zu wissen, was es denn heißt, wenn tausende von Tieren am Fließband getötet werden – so ist das, wir wollen eben billiges Fleisch. Damit da keine Missverständnisse aufkommen: Ich glaube, dass wir alle viel zu viel Fleisch essen. Und dass wir unsere Nutztiere wie in einem Folterknast behandeln. Widerlich. Grauslig. So ein Fleisch möchte ich überhaupt nicht essen. Ich möchte auch nicht, dass Tiere so leben müssen. Und ich glaube auch, dass das Produkt Fleisch zu billig ist. Trotzdem stört mich ein Veganer, der Porsche fährt, mehr als ein fahrradfahrender Fleischfresser.

Sind Kinder in Ihren Restaurants gern gesehen Gäste?

Selbstverständlich. Wenn die Eltern sie halbwegs unter Kontrolle haben. Ich erlebe immer wieder, dass ein fettverschmiertes Schokoladenkind auf mich und mein weißes Kleid zustürzt. Und die Mutter sagt nur: Die tut nichts! Als wäre das eine Bulldogge. Ich finde es auch ungehörig, wenn man Kindern Gläser in die Hand gibt, und die gehen dann klopfend von einem Tisch zum anderen. Das klingt echt stockkonservativ, aber als Gast würde ich mir schon wünschen, nicht belästigt zu werden. Ich bin selbst zwar sehr schlecht erzogen, aber grundsätzlichste Manieren habe ich trotzdem mitgekriegt – zum Beispiel, dass ich niemanden anrülpse und nicht mit offenem Mund kaue.

Muss ein kleines Kind ein Mehrgängemenü durchstehen können, mit Hummerbesteck und mehreren Vorspeisen?

Ich wüsste nicht, warum. Wenn ich gut essen gehen will, dann kann ich die Kleinen doch auch mal zu Hause lassen. Wenn ich jetzt an der bretonischen Küste bin und da gibt es Miesmuscheln, na klar, dann isst das Kind die Muscheln mit. Aber ein mehrgängiges Menü? Das ist ja vielen Erwachsenen schon zu anstrengend.

Frau Wiener, wird bei Ihnen zu Hause gemeinsam gegessen?

Für meinen Mann koche ich gerne. Ich bin ein eitler Mensch. Ich brauche das Feedback: Schatz, das war aber lecker! Als mein Sohn noch bei mir lebte, muss ich ihm mit meiner Kocherei aber ganz schön auf den Geist gegangen sein. Eine Zeit lang hat der dann nur den letzten Mist gegessen.

Fertigpizza!

Nie in meinem Leben habe ich eine Fertigpizza gekauft!

 

Erstmals veröffentlicht:

http://www.nido.de/artikel/

Dez 09 2014

Seltene Umgehung der Arzneimittelbewertung

Berlin: (hib/PK) Die Bundesregierung will notfalls mit einer gesetzlichen Änderung verhindern, dass vermehrt neue Arzneimittel mit einem unklaren Nutzen auf den Markt kommen. Eine bestimmte Entwicklung in dieser Frage sei derzeit zwar noch nicht zu erkennen, die mögliche Problematik werde aber aufmerksam verfolgt, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (18/2964) auf eine Kleine Anfrage (18/2733) der Fraktion Die Linke. Die Abgeordneten befürchten eine Umgehung der gesetzlich vorgeschriebenen frühen Nutzenbewertung neuer Arzneimittel.

Anfang 2011 war das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) in Kraft getreten, um die steigenden Arzneimittelpreise zu deckeln. Dem Gesetz zufolge bestimmt nun der Zusatznutzen eines Medikaments den Abgabepreis. Zuvor konnten Hersteller für neue Präparate hohe Preise verlangen, auch wenn ein zusätzlicher Nutzen nicht belegt war. Nun müssen die Hersteller bei der Marktzulassung ein Dossier vorlegen mit Nachweisen für einen Zusatznutzen gegenüber der herkömmlichen Therapie.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entscheidet dann, ob der Zusatznutzen gegeben ist. Auf dieser Grundlage führen der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) und der Hersteller die Preisverhandlungen. Hat das neue Medikament keinen Zusatznutzen, wird es einer Gruppe ähnlicher Präparate mit einem Festbetrag zugeordnet.

Legt der Hersteller den Nachweis nicht rechtzeitig oder vollständig vor, gilt der Zusatznutzen als nicht belegt. Hersteller können jedoch darauf verzichten, ein Dossier einzureichen und auf einen Erstattungsbetrag in der Größenordnung der Vergleichstherapie setzen. In dem Fall bleibt der Zusatznutzen unklar. Problematisch wäre dies, wenn das neue Präparat schlechter wäre als die Vergleichstherapie.

Nach Angaben der Regierung liegt die Beweislast für den Zusatznutzen eines Präparates beim Hersteller. Falls kein Dossier eingereicht werde, könne weder ein Zusatznutzen noch ein womöglich geringer Nutzen festgestellt werden. In der Regel strebten die pharmazeutischen Hersteller aber den Nachweis eines Zusatznutzens ihres Präparates an. Nur in zehn Fällen, die unter das AMNOG fallen, hätten Hersteller keine Unterlagen eingereicht, darunter seien vier Präparate bestehenden Festbetragsgruppen zugeordnet worden.

Für Arzneimittel ohne Dossier habe die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) seit 2011 rund 23 Millionen Euro ausgegeben. Auf Arzneimittel, die einer Festbetragsgruppe zugeordnet wurden, entfielen davon rund zehn Millionen Euro. Dem G-BA wurden den Angaben zufolge bislang außerdem in 39 Fällen unvollständige Unterlagen zu neuen Medikamenten übermittelt, in 31 Fällen sei das Dossier noch vervollständigt worden.

 

Seite besuchen:

http://www.bundestag.de/presse/hib/2014_11/-/338992

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